Geschichte

1970 wird Chèvrefeuille aus dem Wunsch heraus geboren, auf verschiedene Situationen zu reagieren, denen Geneviève Seynaeve begegnet: junge Mütter und ihre Kinder, die unter häuslicher und familiärer Gewalt, mangelnder Orientierung, fehlender familiärer Ressourcen leiden, ohne zu wissen, an wen sie sich wenden können. Ihnen soll ein schützendes Dach angeboten werden.

 

Am 31. Oktober 1971 wird die Einrichtung als gemeinnütziger Verein gegründet, und erhält auf Anregung eines Lehrers den Namen Chèvrefeuille, (Geißblatt) einem Strauch, dessen prächtige Blüten einen diskreten, aber köstlichen Duft verströmen.

1974 wird Chèvrefeuille von der ONE und der französischen Gemeinschaft als Mütterheim anerkannt und kann nun mit Subventionen rechnen, die im Laufe der Jahre zunehmen und es ermöglichen, Personal für die soziale und pädagogische Betreung einzustellen. Die ONE subventioniert das Haus mit einem Beitrag pro Übernachtung. Chèvrefeuille bezieht daraufhin ein Gebäude in der Rue de la Croix, 41, das sich damals in einem sehr schlechten Zustand befindet und heute nicht mehr existiert.

Dank vieler Spenden konnte Chèvrefeuille 1980 die beiden benachbarten Häuser in der Lesbroussartstraat 104-106 (immer noch in Ixelles) erwerben.

1981, nach den Renovierungsarbeiten, kann der Umzug erfolgen. Das Haus verfügt über 14 Schlafzimmer und bietet Platz für 14 Mütter mit ihren Kindern. Chèvrefeuille mietete bereits „Satelliten“ -Wohnungen, um zerbrechlichere Mütter auf ihre Autonomie vorzubereiten. Die Gesamtunterbringungskapazität betrug damals 17 Mütter mit ihren Kindern.

1987 geht Geneviève Seynave in den Ruhestand und Agnès Crabbe wird Direktorin des Hauses Chèvrefeuille.

1990 beschloss Chèvrefeuille, eine Nachsorge der Mütter zu organisieren, die das Aufnahmezentrum verlassen hatten, indem sie eine Person anstellten, die ihnen helfen konnte, ihr tägliches Leben außerhalb des Hauses zu organisieren.

1998 bringt neue politische Zuständigkeiten und der Sektor der Aufnahmezentren wird regionalisiert. Chèvrefeuille wird daraufhin von der Cocof (Französische Gemeinschaftskommission) anerkannt und als Aufnahmezentrum eingestuft. Dieses Statut wird 1998 durch Gesetzeserlass sanktioniert und die Subventionierungsstruktur wird komplett überarbeitet. Nach großen Ängsten und schwierigen Haushaltsjahren mit grossen akkumulierten Defiziten, verbessert sich die Situation erheblich. Seitdem decken die Subventionen die Gesamtkosten für das sozialpädagogische Personal (gemäß Rahmenstandards des Dekrets). Chèvrefeuille hat nunmehr eine Gesamtkapazität von 40 Personen: 18 Mütter und 22 Kinder verteilt auf in 18 Wohneinheiten: 14 Zimmer im Gemeinschaftshaus und 4 ausgelagerte Wohnungen.

Im Jahr 2008 werden verschiedene Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt, um das Gemeinschaftsleben zu erleichtern und das Haus zu verschönern.

Im Jahr 2011 wird gleichzeitig mit dem Ende der Baurbeiten das 40-jährige Bestehen von Chèvrefeuille gefeiert.

Im Jahr 2014 wird das Gebäude „85“ gekauft, das komplett renoviert wurde, um die zuvor verstreut ausgelagerten Wohnungenan einem Standort unterzubringen.

Im Jahr 2016, am 8. Oktober, ist die Einweihung.

Das Haus wird weiterhin unter Aufsicht eines dynamischen Vorstand geführt, der sich stets die Interessen des Hauses und seiner guten Verwaltung bemüht, sich für das Wohl der aufgenommenen Mütter und Kinder, sowie die Qualität der dort entwickelten Sozial- und Bildungsarbeit einsetzt.

Quasi von Anfang wird Chèvrefeuille unterstützt vom Lion’s Club Brüssel Europe Forêt de Soignes bei der Verwirklichung verschiedenster Projekte (Grußkarten, St. Nikolaus, Muttertag, diverse Bauarbeiten, …) Diese Zusammenarbeit zementiert sich durch die Ernennung eines seiner Mitglieder in den Vorstand.

2020 geht Agnès in den Ruhestand und Marie-Noëlle Steygers wird Direktorin des Hauses Chèvrefeuille.